{Rezension} Rebecca Gablé – Teufelskrone

by Lena G.
Teufelskrone von Rebecca Gablé
England 1193: Als der junge Yvain of Waringham in den Dienst von John Plantagenet tritt, ahnt er nicht, was sie verbindet: Beide stehen in Schatten ihrer ruhmreichen älteren Brüder. Doch während Yvain und Guillaume of Waringham mehr als die Liebe zur selben Frau gemeinsam haben, stehen die Brüder John Plantagenet und Richard Löwenherz auf verschiedenen Seiten – auch dann noch, als John nach Richards Tod die Krone erbt. Denn Richards Schatten scheint so groß, dass er John schon bald zum Fluch zu werden droht …Bastei Lübbe

Ein ereignisreicher und einnehmender Roman mit den Waringham-Vorfahren!

Die historischen Romane von Rebecca Gablé sind für mich immer etwas ganz besonderes und sobald die Charaktere Richtung Waringham reisen, habe ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Und beim Lesen von »TEUFELSKRONE« habe ich besonders die Kapitel geliebt, in denen das fiktive Waringham mitsamt seinen Bewohnern im Mittelpunkt stand.

»TEUFELSKRONE« ist mittlerweile der sechste Waringham-Band und spielt handlungstechnisch gesehen über 160 Jahre VOR dem ersten Buch – »DAS LÄCHELN DER FORTUNA (England, 1360)«. Der Leser beginnt das neue Abenteuer somit im Jahr 1193 und lernt die Vorfahren des großen Robin of Waringham sowie den regierenden König Richard “Löwenherz” Plantagenet und seinen Bruder Prinz John “Ohneland” kennen, die sich nach dem Ende des Dritten Kreuzzuges in einem großen politischen und brüderlichen Konflikt wiederfinden. An der Seite des jungen Yvain of Waringham, dem zweiten Sohn des Lords of Waringham, erlebt man diesen Konflikt und die historischen Ereignisse, die daraus resultieren, hautnah mit.

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn eine größere Distanz gegenüber dem Protagonisten Yvain verspürte, der mir zu brav und fehlerlos erschien. Da ihm kein böswilliger Gegenspieler in die Quere kam, dauerte es eine Weile, bis er all seine Facetten zeigte und ich seinen Charakter erkennen konnte. Im Verlauf der Handlung hat er sich auf leisen Sohlen in mein Herz geschlichen und ich habe ihn gerne und mit wachsender Neugierde durch seine Geschichte begleitet. Trotzdem hätte er für meinen Geschmack etwas bissiger sein können.

In den Waringham-Romanen stellt Rebecca Gablé ihre fiktiven Charaktere stets an die Seite der Regenten oder verbannten Thronfolgern und findet genau die richtigen Lücken, um diese zu platzieren. Aus diesem Blickwinkel heraus erlebt man die historischen Ereignisse hautnah mit und in »TEUFELSKRONE« empfand ich genau diesen Blick erhellend. Denn so wie Yvain empfand auch ich für den hochgelobten Richard Löwenherz keinerlei Ergebenheit oder Bewunderung und fand es großartig, dass Rebecca Gablé sich nicht der allgemeinen Glorifizierung seiner Person hat hinreißen lassen. So klar und deutlich habe ich ihn noch nie gesehen.

Die Handlung selbst erstreckt sich weit über 20 Jahre und es ist wahrlich eine turbulente und unsichere Zeit. Sowohl für die Regenten in Europa als auch für die Waringhams. Mich haben die Wendungen und Schicksale von der ersten Seite an ausgesprochen gut unterhalten und gespannt mitfiebern lassen.

Fazit

Mit »TEUFELSKRONE« beweist Rebecca Gablé erneut, dass man den Zauber und das Grauen längst vergangener Epochen zwischen zwei Buchdeckeln bannen kann. Selbst wenn man schon viele Romane zu den historischen Ereignissen gelesen hat, schafft sie es auch dieses Mal, ihre Leser mit neuen Blickwinkeln und interessanten Geheimnissen zu überraschen.

Wer die Waringhams noch nicht kennt und historische Romane liebt, sollte diese unvergleichliche Familie unbedingt kennenlernen. Da »TEUFELSKRONE« vor den Ereignissen des ersten Bandes spielt, kann man beruhigt mit diesem 6. Band beginnen und im Anschluss die Reihe mit dem ersten weiterführen.

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2 comments

Daniel 7. September 2019 - 12:37

Danke für die Rezension. Aber mich würde interessieren, ob die Autorin immer noch so ein Problem mit Adjektiven und vor allem Adverben hat. Ich kenne nur “Das Lächeln der Fortuna”, da schrieb sie ständig so Sachen wie: “Robin trank durstig”. Natürlich ist er durstig, wenn er trinkt – so etwas ist einfach schlechter Stil bzw. mangelndes Handwerk. Oder in einem anderen ihrer Romane, in den ich nur mal im Buchladen reingeschaut habe, gab es in etwa diesen Satz:” “Hervorragend […]”, lobte er zufrieden.” Also, erst ein Lob in der wörtlichen Rede und danach heißt es aber nochmal “lobte er zufrieden”. Das Lob wird dreifach vermittelt. Guter Stil wäre – meiner Meinung nach – “Hervoragend […],” sagte er. Lernt man in jedem Scheibratgeber und VHS-Kurs Kreatives Schreiben.
Zudem fand ich “Das Lächeln der Fortuna” eher langatmig, ich musste mich durchkämpfen.
Gut, die Geschmäcker sind verschieden, aber der massenhafte Mißbrauch von Adverbien stört mich schon.

Reply
Lena G. 13. September 2019 - 10:30

Hallo Daniel,
vielen Dank für deinen Kommentar.
Schade, dass du dich durch DAS LÄCHELN DER FORTUNA kämpfen musstest. Es war damals mein allererster historischer Roman und ich habe alles an der Story geliebt 🙂
Die Sache mit den unnötigen Adverbien ist mir persönlich beim Lesen nicht negativ aufgefallen. Ich kann dich jedoch gut verstehen, dass dich das beim Lesen genervt hat. Wenn mir einmal so etwas negativ auffällt, störe ich mich die gesamte Lesezeit über daran…
Da ich mich ganz bald erneut mit dem Thema “Hörbücher” beschäftigen möchte (bisher haben mich Hörbücher generell noch nicht überzeugen können), werde ich mir DAS LÄCHELN DER FORTUNA mal vornehmen. Wahrscheinlich werde ich die ganze Zeit über nach Adverbien Ausschau halten 😉

Viele Grüße
Lena

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