Home Allgemein {Rezension} Amie Kaufman & Jay Kristoff – Illuminae. Die Illuminae Akten_01

{Rezension} Amie Kaufman & Jay Kristoff – Illuminae. Die Illuminae Akten_01

by Lena G.
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Illuminae. Die Illuminae Akten_01 von Amie Kaufman und Jay Kristoff

 

Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando.

Quelle: dtv

 

Unterhaltsam, ja! Wird dem Hype trotzdem nicht ganz gerecht

Würde es ein Ranking für die “meistgehyptesten Bücher” geben, würde “Illuminae” mit Sicherheit eine Spitzenposition in den Top 10 erhalten. Denn der Hype um dieses Science-Fiction-Abenteuer war bzw. ist in den USA so unfassbar groß, dass er sogar viele deutsche Leser erfasste, die nun ebenfalls von der Aufmachung der englischen Originalfassung in den höchsten Tönen schwärmen.

Auf mich wirken solch kollektive Begeisterungsstürme höchst ansteckend. Allerdings sind meine Erwartungen dann immer auch extrem hoch und jetzt, nachdem ich die Story gelesen habe, muss ich leider, leider gestehen, dass ich den weltweiten Hype nicht so ganz nachvollziehen kann. Rückblickend betrachtet würde ich die Story selbst, die vorwiegen durch ihre grandiose Präsentation besticht, einfach nur als “gut” bezeichnen, mehr nicht.

Die Geschichte selbst präsentiert sich nicht in einer normalen Romanform, sondern in der Form eines Dossiers – einer umfangreichen Aktenmappe, die Chatverläufe, Vernehmungsprotokolle, Mitteilungsbögen, Pläne, Arrestberichte, Tagebucheinträge, Systemprotokollen usw. enthält. Ich war überrascht, wie gut mir diese Art des Geschichtenerzählens gefällt, allerdings habe ich etwa 150 Seiten gebraucht, um einen Überblick über die gesamte Lage zu bekommen. Denn zu Beginn ist es nicht so einfach, die Namen und Nicknamens richtig zuzuordnen. Hinzu kommen viele Zeitangaben und interne Abkürzungen, die man für sich gedanklich erst einmal notieren und sortieren muss.

So genial die Aufmachung dieser Story auch ist, so hat sie in meinen Augen leider auch einen entscheidenden Nachteil: es fehlt das Gefühl, es fehlen die Emotionen, es fehlt die spürbare Verzweiflung. Eben weil die Story auf die Chatprotokolle der Protagonisten und den Berichten Dritter basiert, fehlt das Zwischenmenschliche.

Sprachlich befindet sich das Autorenduo Kaufman&Kristoff stets auf Augenhöhe mit ihrer jugendlichen Zielgruppe und treffen durchaus den richtigen Ton. Allerdings übertreiben sie es zu Anfang doch sehr mit dem jugendlichen Slang, der die ersten Chats leider nur negativ beeinflusst. Die beiden Protagonisten wirken dadurch wie hormongesteuerte und liebestolle Teenager, die, nach den tragischen Ereignissen und großen Verlusten, scheinbar nichts anderes im Sinn haben, als zweideutige Nachrichten hin- und herschicken. Dass gerade ungeheuerliche Dinge passieren und sich DIE große Katastrophe anbahnt, scheint sie dato nicht zu interessieren. Obwohl die Protagonistin Kady sich im Verlauf der Handlung zu einer cleveren und schlauen Strategin wandelt, fiel es mir schwer, die Lovestory von ihr und ihrem Exfreund Ezra ernst zu nehmen.

Die Handlung nimmt erst in der zweiten Hälfte richtig an Fahrt auf. Dafür aber ganz ordentlich. Durch die besondere Gestaltung entfaltet sich eine fesselnde Dramatik mit Überraschungsmomenten, die in einem actiongeladenen Showdown enden. Es ist erstaunlich, dass sogar leere Buchseiten zwischen den Berichten eine beeindruckend starke Aussagekraft haben.


Mein Fazit

“Illuminae” ist kein Jugendbuch für jedermann. Wer SPACE FANTASY und das damit verbundene Weltraumsetting mag und kein Problem mit computertechnischen Begriffen hat, der wird hier eine insgesamt unterhaltsame Lesezeit durchleben, die dank der innovativen Aufmachung spannend und interessant ist.

Mich hat “Illuminae” letztendlich gut unterhalten, mehr aber auch nicht. Die Art und Weise wie sich die Charaktere teilweise miteinander unterhalten, hat mir nicht wirklich gefallen und zu Beginn empfand ich es schon mühsam alle Namen, Daten und Geschehnisse richtig zu sortieren. Dennoch hat es mir Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und besonders die Spannung am Schluss mitsamt den kleinen Überraschungen, haben mir gefallen. Dennoch habe ich aufgrund des weltweiten Hypes eine weitaus tiefgründigere und vor allem emotionalere Lovestory erwartet.

Bibliografie

608 Seiten
Band 1 von 3
Originaltitel: «Illuminae. The Illuminae Files_01»
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
übersetzt von: Katharina Orgaß; Gerald Jung
ISBN 978-3-423-76183-3
Verlag: dtv

Leseprobe (.pdf)

www.Illuminae.de

Buchtrailer ›Illuminae. Die Illuminae-Akten_01‹
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