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{Rezension} Charlotte Brontë – Jane Eyre

by Lena G.
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Charlotte Brontë - Jane Eyre

JANE EYRE ist der erste Roman von Charlotte Brontë der 1847 von einem Verlag verlegt wurde und mit dem sie ihren literarischen Durchbruch feierte. Um als Autorin ihrer Zeit ernst genommen zu werden, veröffentlichte sie JANE EYRE unter dem männlichen Pseudonym Currer Bell.

Bisher habe ich noch keinen Brontë Roman gelesen und habe den 200sten Geburtstag von Charlotte zum Anlass genommen, mir diesen Klassiker aus dem viktorianischen Zeitalter vorzunehmen.

Ausgewählt habe ich die Neuübersetzung von Melanie Walz aus dem Suhrkamp/Insel Verlag, die der dritten Ausgabe von 1848 zugrunde liegt. Neben der eigentlichen Geschichte beinhaltet diese Ausgabe auch das Vorwort von „Currer Bell“ zur zweiten Auflage und Bemerkungen zur vorliegenden dritten. Im zusätzlichen Anhang können interessierte Leser im Nachwort viel über das Leben der Autorin, den Schwierigkeiten ihrer Zeit und Anmerkungen der Übersetzerin lesen, viele wirklich sehr interessante Fakten.

Zum Inhalt

In „Jane Eyre“ geht es um die Lebensgeschichte der Jane Eyre, der wohl bekanntesten englischen Gouvernante.
Jane erzählt den Lesern aus der Ich-Perspektive heraus von ihrer schweren Kindheit als Waise. Eine Zeit, in der sie von ihren letzten lebenden Verwandten gedemütigt und schikaniert wurde, bis sie schließlich zu Unrecht als aufrührerisches und schwer erziehbares Kind abgestempelt und in ein Internat geschickt wird, in dem Düsternis und Hunger ihre weiteren Lebensjahre bestimmen. Im Anschluss an ihre Zeit als Schülerin unterrichtet sie schließlich am Internat weiter, bis sie allen Mut zusammennimmt und eine Stellenanzeige aufgibt. Im Haus von Mr. Rochester findet sie eine Anstellung als Gouvernante und findet in ihren Herrn endlich jemanden, der sie als ebenbürtige Gesprächspartnerin ernst nimmt. Obwohl er sie ohne gleichen schulmeistert verliebt sie sich in ihren Brotgeber…

Meine Meinung

Was mich besonders fasziniert ist die Stärke der äußerlich unscheinbaren Protagonistin, die mit ihrem Denken und Handeln gegen die Konventionen aufbegehrt. Durch eine überraschende Wendung kurz vor Schluss werden die Grenzen der Gesellschaft (der Klassen, Geschlechter, des Vermögens) noch einmal deutlich hervorgehoben und brachten die damaligen Leser mit Sicherheit ins Grübeln.

Ins Grübeln brachten sie höchst wahrscheinlich auch die religiösen Ideale, die in Form von verschiedenen Charakteren in den einzelnen Lebensphasen auftauchen und von denen Jane sich selbstbewusst zu lösen weiß, um ihren eigenen Weg durch Selbstbestimmung zu finden. Kein leichtes Unterfangen für eine alleinstehende Frau ihrer Zeit und wahrlich ein großartiges Vorbild.

Zugegeben „Jane Eyre“ zähle ich nicht zu meinen Lieblingsgeschichten, doch es ist der Charme des Klassikers und die Vielschichtigkeit der durchgehend dramatischen Geschichte, die mich faszinieren. Sehr interessant ist vor allem der Hintergrund dieser Geschichte selbst, denn dem fiktiven Roman wird nachgesagt, dass er viele autobiografische Fakten aus dem Leben der Autorin enthält. Schaut man sich nach dem Lesen einmal Brontës Lebenslauf an, erkennt man tatsächlich einige Parallelen.

Wer auf der Suche nach einem romantischen Klassiker à la „Stolz und Vorurteil“ ist, der wird mit „Jane Eyre“ wahrscheinlich nicht so glücklich.

Welche Übersetzung?

Ob die Neuübersetzung von Melanie Walz besser ist als andere, kann ich nicht beurteilen. Mir persönlich hat die Wortwahl gut gefallen, wobei manche Dialoge sprachlich anstrengend zu lesen waren, was aber nicht an der Übersetzung vielmehr der Entstehungszeit des Romans liegt.

Informationen zum Buch

Einzelband | 652 Seiten | Originaltitel: »Jane Eyre. An Autobiography«
ins Deutsche übersetzt von: Melanie Walz
ISBN: 978-3-458-17653-4 | Verlag: Suhrkamp/Insel

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